Gemeinderat stellt sich hinter Entwicklung des Neudorfer Festplatzes
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 27. April ein deutliches Signal für die Zukunft des Ortsteils Neudorf gesetzt. Mit breiter Unterstützung sprach sich das Gremium dafür aus, die städtebauliche Entwicklung des Neudorfer Festplatzes voranzutreiben, die vorgelegten Eckpunkte zu billigen und zugleich das ehemalige Vogelpark-Areal langfristig als Freizeit- und Begegnungsort zu entwickeln.
Im Mittelpunkt steht das rund 13.400 Quadratmeter große Festplatzgelände zwischen Bruchsaler Straße, Wendelinusstraße und Haydnstraße. Dort soll ein neues Quartier mit Geschosswohnungsbau entstehen. Vorgesehen ist ein vielfältiger Wohnungsmix mit Miet- und Eigentumswohnungen, ergänzt um Angebote für Seniorenwohnen beziehungsweise betreutes Wohnen. Hinzu kommen Flächen für soziale Infrastruktur wie eine Arztpraxis, Physiotherapie sowie Nahversorgung mit Bäckerei oder Café. Auch gastronomische Nutzungen sollen geprüft werden.
Städteplanerin Tanja Krings stellte dem Gemeinderat den aktuellen Stand der Überlegungen vor. Sie erläuterte, dass mit dem Beschluss zunächst ein Rahmen gesetzt werde. Die Eckpunkte seien bewusst offen gehalten, um Raum für Bürgerbeteiligung und weitere Konkretisierung zu lassen. Fragen zur Höhe, Dichte und genauen Ausgestaltung der Bebauung sollen im weiteren Verfahren sowie im Rahmen einer Machbarkeitsstudie vertieft untersucht werden. Parallel dazu soll eine Bürgerbeteiligung stattfinden, bei der vor allem das Wie der Entwicklung im Mittelpunkt steht: Welche Nutzungen und Ziele im Quartier untergebracht werden sollen, wie sich Höhe und Dichte in die Umgebung einfügen und welche städtebauliche Gestalt dem Areal künftig gegeben werden kann.
Tanja Krings verwies zudem darauf, dass im Rahmen der Bürgerbeteiligung zum Gemeindeentwicklungskonzept für den Ortsteil Neudorf immer wieder der Wunsch geäußert worden sei, Neudorf dürfe bei wichtigen Zukunftsfragen nicht abgehängt werden. Genannt worden seien insbesondere Themen wie seniorengerechtes Wohnen, medizinische Versorgung und Nahversorgung. Gerade diese Defizite könnten durch eine Entwicklung des Festplatzes gezielt angegangen werden.
Auch städtebauliche Fragen spielten in der Diskussion eine wichtige Rolle. So soll eine gute Durchwegung des Areals gewährleistet werden, damit das Quartier offen und vernetzt in den Ort eingebunden wird. Ebenso soll der Zugang zum Vereinsgelände des Schützenvereins dauerhaft gesichert bleiben.
Parallel dazu soll das ehemalige Vogelpark-Areal in der Jahnstraße langfristig zu einem Ort für Erholung, Freizeit und Begegnung weiterentwickelt werden. Damit könnte im Ortsteil ein neuer Grün- und Aufenthaltsraum entstehen. Zugleich wurde deutlich gemacht, dass gemeinsam mit dem Musikverein Neudorf ein neuer Standort für das Oktoberfest in Neudorf entwickelt werden soll.
In der Aussprache wurde fraktionsübergreifend deutlich, dass viele Ratsmitglieder das Vorhaben als Teil eines größeren Gesamtpakets betrachten. Andre Mayer erklärte, in der Abwägung überwiegen die Chancen gegenüber den Nachteilen. Armin Gabler betonte, ohne die Entwicklung des Festplatzes werde es keinen Neubau der Schule geben. Auch die ULI-Fraktion unterstützte das Vorgehen. Deren Vorsitzende Ramona Schmidt bezeichnete den Schritt als alternativlos. Für die SPD-Fraktion signalisierte Katja Buchleither ebenfalls Zustimmung.
Bürgermeister Christian Eheim hob hervor, dass die Alternative zum eingeschlagenen Weg das Aus für den Neubau der Erich Kästner-Schule und des Kindergartens St. Theresia und damit Stillstand gewesen wäre. Nun eröffne sich die Chance, den Neubau zu finanzieren und zugleich den Ortsteil Neudorf entscheidend weiterzuentwickeln.
Ein wesentlicher Hintergrund des Beschlusses ist die finanzielle Perspektive. Erlöse aus einer späteren Grundstücksentwicklung sollen zur Finanzierung des Neubaus der Erich Kästner-Schule und des Kindergartens St. Theresia beitragen.
Als nächster Schritt ist die Erstellung einer städtebaulichen Machbarkeitsstudie vorgesehen. Ein Vergabeverfahren könnte im Jahr 2027 starten. Damit beginnt nun die Phase, in der aus politischen Leitlinien konkrete Planungen werden sollen.

