Gedenken in Yad Vashem – Erinnerung als Auftrag
Am 23. Februar 2026 besuchte Bürgermeister Christian Eheim im Rahmen der Delegationsreise des Landkreises Karlsruhe nach Israel die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem. Sie ist der zentrale Gedenkort für die sechs Millionen Jüdinnen und Juden, die von Deutschen während der nationalsozialistischen Herrschaft ermordet wurden. Yad Vashem wurde 1953 durch ein Gesetz des israelischen Parlaments gegründet. Der Name geht auf einen Vers aus dem Buch Jesaja zurück und bedeutet sinngemäß „ein Denkmal und ein Name“. Damit verbindet sich der Anspruch, den Ermordeten ihre Identität und ihre Geschichte zurückzugeben und sie dem Vergessen zu entreißen.
Das weitläufige Gelände umfasst mehrere Gedenkorte und Museen. Herzstück ist das Historische Museum, das die Verfolgung und Vernichtung der europäischen Juden dokumentiert. In der Halle der Namen werden die bekannten Opfer namentlich erfasst und bewahrt. Das Tal der Gemeinden erinnert an die zerstörten jüdischen Gemeinden Europas. Hinzu kommen unter anderem die Kindergedenkstätte für die ermordeten Kinder sowie die Allee der Gerechten unter den Völkern, die an nichtjüdische Retter erinnert.
Bei einer Zeremonie im Tal der Gemeinden gedachte die Delegation der Opfer. Bürgermeister Christian Eheim entzündete eine Kerze im Gedenken an die Bürgerinnen und Bürger aus Graben-Neudorf, die der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer fielen, und verlas ihre Namen: David Prager, Johanna Prager, Karoline Ott, Sophie Hertz, Karl Hochstetter, Erna Krieger, Heinrich Levi, Julie Weil und Julchen Süß.
„Die unermesslichen Verbrechen der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik dürfen nicht vergessen werden“, so Bürgermeister Christian Eheim. Dass erst am Tag zuvor in der Sofienstraße in Graben-Neudorf die ersten Stolpersteine für Sophie Hertz und Karoline Ott verlegt worden waren, habe den Besuch in Jerusalem noch eindringlicher gemacht. Zugleich betonte der Bürgermeister die Verantwortung für Gegenwart und Zukunft: „Erinnerung ist kein Blick zurück aus der Distanz, sondern Auftrag für heute. Gerade angesichts eines wieder erstarkenden völkischen Nationalismus in Parlamenten gilt heute mehr denn je: Nie wieder!“



