Wärmeleitung bis nach Bretten ist unwirtschaftlich
Der Gemeinderat hat am 24. November 2025 den Austritt der Gemeinde Graben-Neudorf aus der Projektentwicklungsgesellschaft Regionaler Wärmeverbund GmbH & Co. KG (PEG) beschlossen. Grundlage ist eine abgestimmte Ausscheidungsvereinbarung, die das geordnete Ende der interkommunalen Zusammenarbeit im Projekt „Machbarkeitsanalyse Tiefengeothermie“ regelt.
Die PEG war im Juni 2023 von mehreren Kommunen im nördlichen Landkreis Karlsruhe gegründet worden, um gemeinsam prüfen zu lassen, ob der Bau einer regionalen Wärmeleitung von Dettenheim bis Bretten für eine regionale Wärmeversorgung auf Basis von Tiefengeothermie technisch und wirtschaftlich tragfähig wäre. In den vergangenen zwei Jahren wurden umfangreiche Vorarbeiten abgeschlossen. Dazu zählten eine Korridorplanung für ein mögliches regionales Wärmenetz, die Erhebung der kommunalen Wärmebedarfe und Wirtschaftlichkeitsberechnungen. Zudem konnte eine Förderung im Rahmen der Bundesförderung effiziente Wärmenetze eingeworben werden. Insgesamt investierte die PEG bis Ende 2024 rund 577.000 Euro in diese Arbeiten. Die Analyse zeigte, dass der Bau einer regionalen Wärmeleitung von Dettenheim bis nach Bretten nicht wirtschaftlich umsetzbar ist. Damit entfällt die Grundlage für eine Fortführung des Projekts über die Machbarkeitsphase hinaus. Da der ursprüngliche Untersuchungsauftrag erfüllt ist, verständigten sich die beteiligten Kommunen darauf, aus der Gesellschaft auszuscheiden und das Projekt abzuschließen. Die Ausscheidungsvereinbarung legt Ablauf, Zeitplan und finanzielle Abwicklung fest. Das Ausscheiden wird wirksam, sobald alle Gemeinderäte zugestimmt haben, die Rechtsaufsicht keine Einwendungen erhebt und die notarielle Umsetzung erfolgt ist. Ziel ist ein Wirksamwerden zum 31. Dezember 2025, die Handelsregistereintragung folgt Anfang 2026.
Finanziell erfolgt eine anteilige Rückführung der verbleibenden Mittel. Nach Abzug der bis Jahresende anfallenden Aufwendungen stehen 135.336 Euro zur Verteilung an die ausscheidenden Kommunen bereit. Für Graben-Neudorf ergibt sich daraus ein Rückfluss von 8.021 Euro entsprechend der Kapitalbeteiligung von 47.000 Euro. Mit dieser Zahlung ist die Beteiligung vollständig abgegolten.
Die gewonnenen Erkenntnisse bleiben für die kommunale Wärmeplanung nutzbar. „Die Gemeinde Graben-Neudorf begrüßt, dass die Stadtwerke Bruchsal und Bretten nun die Absicht aufgeben, eine Wärmeleitung von Dettenheim bis nach Bretten bauen zu wollen. Graben-Neudorf stand der Idee stets skeptisch gegenüber und hatte gewarnt, unhaltbare Erwartungen zu schüren. Die Untersuchungsergebnisse der PEG bestätigen nun, dass die Zweifel berechtigt waren“, sagte Bürgermeister Christian Eheim. Die Gemeinde Graben-Neudorf beabsichtige weiter, die in Graben-Neudorf gewonnene Erdwärme für Unternehmen und Bürger in Graben-Neudorf nutzbar zu machen. Deshalb lässt die Gemeinde bereits seit 2024 gesondert untersuchen, wie ein eigenes Ortswärmenetz unter Nutzung einer möglichen geothermischen Wärmequelle technisch und wirtschaftlich darstellbar ist.

