Deutsche Erdwärme schließt Injektionstests in Graben-Neudorf ab
Die Deutsche Erdwärme (DEW) hat den Injektionstest am Bohrplatz in Graben-Neudorf abgeschlossen. Mit dem Test verfolgte das Unternehmen das Ziel, weitere Erkenntnisse über die Leistungsfähigkeit der Bohrung für das geplante Tiefengeothermiekraftwerk zu gewinnen. Für die Durchführung war eine Änderung des Hauptbetriebsplans erforderlich, die vom Landesamt für Geologie, Rohstoffe und Bergbau in Freiburg genehmigt wurde. Wie bei allen bergrechtlichen Verfahren wird die Gemeinde in solchen Fragen lediglich angehört, kann aber nicht selbst entscheiden.
In der Anhörung hatte sich die Gemeinde für eine Verschärfung der vorgesehenen Auflagen eingesetzt. Dies führte dazu, dass das Landesamt die Sensibilität der Warnsysteme anpasste, mit denen eine rechtzeitige Abschaltung der Injektion sichergestellt werden soll. Ziel ist es, mögliche Schäden an der Erdoberfläche, insbesondere an Gebäuden, zu vermeiden.
Unterhalb einer Bodenschwinggeschwindigkeit von 0,3 Millimetern pro Sekunde gilt der Betriebszustand als unkritisch. In diesem Bereich verläuft der Testbetrieb regulär. Ab 0,3 bis unter 0,8 Millimetern pro Sekunde darf die Injektionsrate nicht weiter erhöht werden, zudem ist die Gemeinde zeitnah zu informieren. Zwischen 0,8 und unter 3,0 Millimetern pro Sekunde ist die Injektion unmittelbar zu reduzieren und innerhalb von zwölf Stunden stufenweise auf null zu fahren. Ab 3,0 Millimetern pro Sekunde muss der Testbetrieb beendet werden; zugleich ist die Öffentlichkeit unverzüglich zu informieren.
Während des Injektionstests kam es zu einem mikroseismischen Ereignis mit einer Bodenschwingung von 0,307 Millimetern pro Sekunde. Damit wurde knapp die Stufe Gelb erreicht, weshalb die Injektionsrate nicht erhöht wurde. Für Menschen ist eine solche Schwingung nicht wahrnehmbar, messbar ist sie nur durch empfindliche Sensorik. Das Messnetzwerk reagierte wie vorgesehen, was die Funktionsfähigkeit des Systems bestätigt.
Die Tests sind inzwischen beendet. Nach Auswertung der Ergebnisse will die Deutsche Erdwärme im Rahmen einer Sitzung des Gemeinderats über die Resultate berichten.

