Startschuss für Sanierung der Pestalozzihalle
Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 17. März den Weg für die umfassende Sanierung der Pestalozzihalle freigemacht. Nach Abschluss der Leistungsphasen 1 bis 3 liegt die aktuelle Kostenberechnung bei rund 10,1 Millionen Euro brutto. Das Gesamtbudget für die Innensanierung wird auf 11 Millionen Euro festgelegt. Darin enthalten ist ein Puffer von etwa einer Million Euro für unvorhergesehene Ausgaben. Mit dem neuen Budget müssen rund zwei Millionen Euro im Haushalt nachfinanziert werden, um die Finanzierung der Maßnahme vollständig abzusichern.
Die Verwaltung wurde beauftragt, die Planungsgemeinschaften mit den weiteren Leistungsphasen zu betrauen. Für die Objektplanung Gebäude und Innenräume ist die Arbeitsgemeinschaft Köhler & Meinzer mit denk.mal zuständig. Das Honorar für die Phasen 4 bis 8 beträgt rund 812.000 Euro brutto. Für die technische Gebäudeausrüstung übernimmt das Büro Bender + Urich die Leistungen der Phasen 5 bis 8. Hier liegt das Honorar bei rund 587.000 Euro brutto. Zudem wurde die Verwaltung ermächtigt, die Ausschreibungen aus dem ersten Vergabepaket zu starten und entsprechende Aufträge zu vergeben.
Die rund 40 Jahre alte Halle wird ab dem 1. April für zwei Jahre in zwei Bauabschnitten saniert. Zunächst wird die Haupthalle modernisiert, die ab September 2026 wieder für den Schul- und Vereinssport zur Verfügung stehen soll. Bis 2027 folgt die Sanierung der oberen Bereiche wie Foyer und „roter Raum“.
Zu den geplanten Maßnahmen zählen unter anderem die Erneuerung der Glasfassade zur energetischen Verbesserung, die Sanierung der Decken in Foyer und Halle, der Prallwände und Tribünen sowie die vollständige Erneuerung der Lüftungstechnik. Der Parkettboden der Haupthalle sowie alte Bodenbeläge werden ebenfalls ersetzt. Im Zuge der Sanierung wird zudem der Brandschutz auf den aktuellen Stand gebracht.
Besonderes Augenmerk liegt auf einer Verbesserung der Nutzbarkeit für örtliche Vereine. Diese waren eng in die Planungen eingebunden. So werden unter anderem der Thekenbereich und die Sektbar im Untergeschoss erneuert. Künftig gibt es in der Halle Vorrichtungen zum Anbringen von Bannern, was den Aufbau von Veranstaltungen erleichtert. Auch die Bühnentechnik wird grundlegend überarbeitet: Bisher mussten bei Veranstaltungen Traversenelemente mit Spanngurten provisorisch an der Decke befestigt werden. Künftig wird es eine feste Seilzugvorrichtung geben, an der die Traverse sicher befestigt und Scheinwerfer bei Bedarf bequem positioniert werden können. Ausführlich diskutiert wurde im Gemeinderat die Frage, ob die Halle mit einer Klimaanlage ausgestattet werden soll. Eine von Fachplanern durchgeführte Studie kam zu dem Ergebnis, dass der Einbau zwar technisch möglich ist, jedoch mit sehr hohen Kosten verbunden wäre. Bei einer Außentemperatur von 32 Grad heizt sich die Halle aktuell auf bis zu 42 Grad auf. Eine Klimaanlage könnte die Temperatur nur auf etwa 35 Grad senken – bei Investitionskosten von 875.000 Euro. Der Nutzen wäre also begrenzt, die Einsparung an Raumtemperatur gering, die Kosten jedoch erheblich. Die Planung sieht zudem bereits Maßnahmen zur verbesserten Wärmeregulierung vor, etwa durch die neue Glasfassade und eine optimierte Lüftung. Insgesamt wurde die Maßnahme von den Planern als wirtschaftlich nicht vertretbar eingeschätzt.
Wolfgang Bauer (SPD) betonte in der Sitzung, dass alle vereinbarten Punkte im Sanierungskonzept enthalten seien. Die Halle sei ein zentraler Bestandteil des Gemeindelebens, die Investition entsprechend bedeutsam. André Mayer (CDU) kritisierte die Entscheidung gegen die Klimatisierung und regte eine weitergehende Erneuerung der Bühnentechnik an. Ramona Schmidt (ULI) machte deutlich, dass ihre Fraktion den Verzicht auf eine Klimaanlage in der Haupthalle ausdrücklich unterstützt. Angesichts der hohen Gesamtinvestition sei verantwortungsvolles und wirtschaftliches Handeln gefragt, die Entscheidung gegen die Klimaanlage sei deshalb richtig. Armin Gabler (Grüne) unterstrich, dass nun der Startschuss für ein kommunales Mammutprojekt gefallen sei. Letztlich stimmte der Gemeinderat mehrheitlich für die Beschlussvorschläge.

