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Gemeinde Graben-Neudorf
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Artikel vom 07.10.2021

Gemeinde informierte über das geplante Geothermie-Kraftwerk der Deutschen Erdwärme GmbH

Über das geplante Geothermie-Kraftwerk der Deutschen Erdwärme GmbH informierte die Gemeinde Graben-Neudorf im Rahmen einer Bürgerinformationsveranstaltung am 16. September in der Pestalozzihalle. Der stellvertretende Leiter des Landesamtes für Geologie, Rohstoffe und Bergbau, Axel Brasse, erläuterte die Entscheidung seiner Behörde, die ersten Tiefenbohrungen am Standort in der Ernst-Blickle-Straße zu genehmigen. Zunächst umfasse die Genehmigung nur die ersten Tiefenbohrungen. Weitere Schritte und der eigentliche Bau des Geothermiekraftwerks sei dann Thema in weiteren Verfahren. "Durch die beiden Bohrungen sind keine Gefährdungen zu erwarten", so Axel Brasse. Diese Einschätzung bestätigte Prof. Frank Schilling, Leiter des Landesforschungszentrums Geothermie: "Ich sehe bei den Bohrungen absolut kein Risiko. Sie entsprechen dem technischen Standard, wie er hundertfach zum Beispiel bei Erdölbohrungen im gesamten Oberrheingraben eingesetzt wurde."

Gleich mehrere Bürgerinnen und Bürger wiesen in der von SWR-Reporter Mathias Zurawski moderierten Veranstaltung auf Probleme bei Geothermiebohrungen im benachbarten Elsass hin, bei denen es in jüngerer Zeit immer wieder zu Erdbeben gekommen sei. "Das Projekt im elsässischen Vendenheim unterscheidet sich deutlich vom Vorhaben in Graben-Neudorf. Dort wird bis ins Grundgebirge gebohrt, in Graben-Neudorf nicht", erläuterte Prof. Frank Schilling. Kritisch hinterfragt wurde von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern die Frage der Haftung für etwaige Schäden durch das Geothermieprojekt. Während Axel Brasse die gesetzlichen Regelungen als ausreichend bezeichnete, übte Bürgermeister Christian Eheim deutliche Kritik: "Die Politiker in Stuttgart und Berlin fordern den verstärkten Einsatz von Geothermie, bleiben aber klare und für den Normalbürger verständliche Regeln zur Haftung bei Bergschäden schuldig."

Die Haltung des Gemeinderates zum Projekt sei unverändert, so Bürgermeister Christian Eheim: "Wir verlangen von den zuständigen Behörden, die Risiken des Projekts zu minimieren und planen gleichzeitig, die Chancen für die Bürgerinnen und Bürger nutzbar zu machen." Hierzu zähle unter anderem die Möglichkeit der Versorgung mit Nahwärme. Eine entsprechende Konzeption habe die Gemeinde bereits beauftragt. Im Rahmen der Veranstaltung erklärte der Geschäftsführer der Deutschen Erdwärme GmbH, Herbert Pohl, zudem, dass sein Unternehmen offen dafür sei, eine finanzielle Beteiligung am Geothermiekraftwerk zum Beispiel durch eine Bürgerenergiegenossenschaft möglich zu machen. Hinsichtlich der für das Projekt gerodeten Waldfläche des Staatswaldes äußerten mehrere Bürgerinnen und Bürger ihre Erwartung, dass die gesetzlich erforderliche Wiederaufforstung auf Graben-Neudorfer Gemarkung vorgenommen werde. Hier sagte Bürgermeister Christian Eheim zu, entsprechende Flächen zu suchen und der Deutschen Erdwärme anzubieten. Dazu seien aber Gespräche mit dem Forst, den örtlichen Landwirten und dem Gemeinderat erforderlich.

Während derzeit auf dem Baufeld in der Ernst-Blickle-Straße die Herstellung des Bohrplatzes vorgenommen wird, ist mit der Durchführung der ersten Tiefenbohrung frühestens Anfang des Jahres 2022 zu rechnen, informierte Herbert Pohl.